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🐖 Paspalas auf Samos – Traditionelles Schweinefleisch mit Bohnenkraut

Traditioneller Paspalas auf Samos mit Schweinebauch und Bohnenkraut
Paspalas auf Samos – Traditionelles Schweinefleisch mit Bohnenkraut
🥣 Zutaten

Für eine kleine Zubereitung zu Hause

  • 1,5 kg Schweinebauch mit ausreichend natürlichem Fett
  • Grobes Meersalz nach Bedarf
  • 2–3 EL getrocknetes Bohnenkraut oder mehr nach Geschmack
  • Ausgelassenes Schweinefett vom Garen, ausreichend zum Bedecken
  • Etwas Wasser für den Beginn des Garens
🌿 Ein alter Geschmack von Samos, der aus der Notwendigkeit entstand

Paspalas gehört zu jenen traditionellen Zubereitungen, die uns in eine Zeit zurückführen, in der Kochen zugleich eine Methode zur Haltbarmachung von Lebensmitteln war.

Auf Samos wurde Paspalas traditionell aus dem fettreichen Bauchfleisch des Schweins hergestellt — also aus dem, was wir heute als Schweinebauch kennen. Das Fleisch wurde langsam gegart, gründlich abgetropft und schichtweise mit grobem Salz und aromatischem Bohnenkraut aufbewahrt.

Die Logik dahinter war einfach: Nach den traditionellen winterlichen Hausschlachtungen musste das Fleisch in einer Zeit ohne Kühlschrank und Gefriertruhe möglichst lange haltbar gemacht werden.

Deshalb war Paspalas ursprünglich nicht nur ein Meze. Er war eine praktische Möglichkeit, auch lange nach den Festtagen noch Schweinefleisch im Haus zu haben.

🐷 Das richtige Stück Schweinefleisch

Für Paspalas braucht man ein Stück Schweinefleisch mit ausreichend natürlichem Fett.

Schweinebauch eignet sich besonders gut, weil sich dort Fleisch- und Fettschichten abwechseln.

Während des langsamen Garens schmilzt ein Teil des Fetts aus und das Fleisch bleibt zart und aromatisch.

Früher bestand kein Grund, besonders mageres Fleisch zu wählen. Das Fett war sowohl für den Geschmack als auch für die traditionelle Konservierung von Bedeutung.

👨‍🍳 Zubereitung
1. Das Schweinefleisch schneiden

Den Schweinebauch in mittelgroße Stücke oder dicke Streifen schneiden.

Nicht zu klein schneiden, da das Fleisch beim Garen und beim Austreten des Fetts an Volumen verliert.

2. Langsam garen

Das Fleisch in einen schweren Topf geben.

Nur wenig Wasser hinzufügen — gerade genug, damit der Garprozess beginnen kann — und bei niedriger Hitze langsam garen.

Mit der Zeit wird das Fleisch weich und gibt sein eigenes Fett ab.

In der traditionellen samischen Zubereitung wird der Schweinebauch lange gegart, bis ein großer Teil des Fetts ausgetreten ist, und anschließend sehr sorgfältig abgetropft.

3. Sehr gut abtropfen lassen

Sobald das Fleisch weich ist, aber noch seine Form behält, aus dem Topf nehmen.

In ein Sieb geben und sehr gründlich abtropfen lassen.

Das ist wichtig: Paspalas soll keine überflüssige Feuchtigkeit enthalten.

Das beim Garen ausgetretene klare Schweinefett separat aufbewahren.

4. Salz und Bohnenkraut mischen

In einer Schüssel grobes Meersalz mit reichlich getrocknetem Bohnenkraut vermischen.

Bohnenkraut ist kein beliebiges Gewürz, sondern ein zentrales Merkmal der traditionellen samischen Zubereitung.

Sein kräftiges mediterranes Aroma prägt den Charakter des Paspalas.

5. Den Paspalas einschichten

Traditionell wurde ein Tongefäß verwendet.

Etwas von der Salz-Bohnenkraut-Mischung auf den Boden streuen.

Eine Lage Schweinefleisch darauflegen und erneut mit Salz und Bohnenkraut bestreuen.

So fortfahren:

Schweinefleisch → Salz und Bohnenkraut → Schweinefleisch → Salz und Bohnenkraut

bis das gesamte Fleisch verwendet ist.

6. Mit Schweinefett bedecken

In manchen traditionellen Familienvarianten wurde das Fleisch zusätzlich mit ausgelassenem Schweinefett bedeckt.

Das beim Garen aufgefangene Fett vorsichtig erwärmen und durch ein feines Sieb passieren.

Etwas abkühlen lassen und über das Fleisch gießen, bis es bedeckt ist.

Beim Erkalten wird das Fett wieder fest.

🧂 Alte Konservierung und moderne Küche

Zwischen der historischen Konservierungsmethode und dem heutigen Umgang mit dem Gericht besteht ein wichtiger Unterschied.

In früheren samischen Haushalten wurde das Tongefäß an einem kühlen Ort gelagert und Paspalas diente der längerfristigen Fleischkonservierung.

Heute gibt es jedoch keinen Grund, diese Lagerung außerhalb des Kühlschranks nachzuahmen.

Paspalas kann weiterhin wegen seines Geschmacks und seiner Tradition zubereitet werden, sollte aber gekühlt aufbewahrt und wie gegartes Schweinefleisch behandelt werden.

So bewahren wir das Rezept — nicht die Risiken einer Zeit ohne Kühlung.

🔥 Wie Paspalas gegessen wird

Paspalas kann in kleinere Stücke geschnitten und in einer Pfanne erwärmt werden.

Da das Fleisch bereits viel eigenes Fett enthält, ist zusätzliches Öl meist nicht notwendig.

Das Schweinefleisch bräunt, das Fett schmilzt leicht und das Bohnenkraut entfaltet beim Erwärmen sofort sein Aroma.

Serviert werden kann Paspalas:

  • pur als Meze,
  • mit Eiern,
  • mit Kartoffeln,
  • zu rustikalem Brot,
  • oder in kleinen Mengen als aromatische Zutat in anderen Gerichten.
🥃 Ein Meze zu Souma und Wein

Paspalas braucht keine komplizierte Präsentation.

Einige warme Stücke Schweinefleisch, gutes Brot und ein Glas samische Souma oder Wein sind vielleicht die natürlichste Art, ihn zu genießen.

Genau darin liegt sein besonderer Charakter: Er wurde nicht in einem Restaurant erfunden und auch nicht als „traditionelles Gourmetgericht“ konzipiert.

Er entstand im Haushalt aus der Notwendigkeit, vom Schwein möglichst nichts zu verschwenden und Fleisch für die folgenden Monate zu bewahren.

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